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Besuchszeit
Einakterzyklus
Besuchszeit spielt im Krankenhaus, im Altersheim, in
der Nervenheilanstalt und im Gefängnis. In jenen Anstalten
also, in denen man Menschen unterbringt, die
krank sind oder alt oder aufsässig oder kriminell. In
jeder dieser Anstalten ist der Mensch ausgeliefert und
entmündigt, in der einen mehr, in der anderen weniger.
Vor allem ist der Mensch ausgeliefert, wenn er ein
Mensch zweiter Klasse ist, im wahrsten Sinn des Wortes.
Diejenigen, die Geld haben und Einfluss, die können
sich wehren, die haben Privilegien. Nicht nur im
Krankenhaus, wo sie Erster Klasse liegen und vom
Herrn Primar persönlich betreut werden; auch in der
Psychiatrie, selbst im Gefängnis. Und ins Altersheim
brauchen sie natürlich auch nicht. Die Mächtigen, die
Einflussreichen, die Wohlhabenden sind ausgestattet
mit einer Zusatzversicherung für alle Lebenslagen.
Meine Putzfrau im Krankenhaus, mein Beamter im
Altersheim, mein Bauer in der Psychiatrie und meine
Ehefrau im Gefängnis, sie alle haben keine Zusatzversicherung,
keine Privilegien, keine einflussreichen
Freunde. Eingeschlossen sind sie, zur Ohnmacht verurteilt.
Aber auch die Besucher, die sich frei dünken,
auch sie sind arm dran, sind Eingeschlossene, Gefangene
im gesellschaftlichen Zwang, können nicht heraus
aus ihrer Haut.
Felix Mitterer
Abstellgleis:
Alter .............................Helmut Strobel
Schwiegertochter............Edith Gruber
Verbrecherin:
Er .....................Walter Schimpf
Sie.....................Alexandra Leithner-Renoltner
Man versteht nichts:
Er .....................Leopold Richter
Sie.....................Christa Pesau
Weizen auf der Autobahn:
Alter .....................Gottfried Schlöglhofer
Tochter..................Aline Luckner
Felix Mitterer - Kurzbiografie
Felix Mitterer - WERKE
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